Mongolische Rennmäuse

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)

Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)

Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)

Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)

Gattung: Rennratten (Meriones)

Art: Mongolische Rennmaus

wissenschaftlicher Name: Meriones unguiculatus

 

Aktivität: Tag und Nachtaktiv in einem 4 Stunden Rhythmus

Gewicht: 60g-150g (unterscheidet sich je nach Typ, Größe und Körperbau)

Alter: ca. 3-5 Jahre, seltener bis zu 7 Jahre

Länge / Größe: 6cm – 12cm

 

Tragezeit: 26 Tage

Jungtieranzahl: 1-12 Jungtiere, Durschnittlich 3-7

Augen öffnen: zwischen dem 16.-18. Tag, je nach Entwicklung bis zum 21. Tag

Geschlechtsreife: Weibchen 8 Wochen, Männchen 12 Wochen (Geschlechtsreife, bedeutet nicht Zuchtreife!)

 

Empfohlenes Mindestmaß für Gehege: 120x60x60cm (LxBxH) für 2 Rennmäuse

Empfohlene Einstreuhöhe: 20-30cm

Mindestmaß für Laufräder: 29cm

 

Info:

1866 wurden die mongolischen Rennmäuse von Pater Abbé Armand David für die Wissenschaft entdeckt und wurden "gelbe Ratten" genannt. 1935 wurden 20 Zuchtpaare der mongolischen Rennmäuse gefangen von denen alle in Gefangenschaft lebenden Rennmäuse abstammen. In Japan wurden diese Tiere weiter gezüchtet und gelangten dann 1954 in die USA, wo diese von dort nach Europa gelangten.

Sie werden immer beliebter, da sie im Gegensatz zum Hamster Tagaktiv sind, sich teils schnell zähmen lassen und die zahlreichen Farben und Scheckungsvariationen sie interessant machen.

 

Natürlicher Lebensraum

Sandsteppen und Halbwüsten der Mongolei, Nordchinas bis nach Südsibirien

Mongolische Rennmäuse leben in der Natur auf einer Fläche von ca.400qm, in mehreren großen unterirdischen Bauten bis zu 170cm Tief in der Erde. Dabei ist ein Bau ca. 6m x 8m groß. In den Bauten befinden sich mehrere Kammern die z.B. als Futterlager, als Schlaf- und Aufzuchtplatz und als Toilette benutzt werden.

 

Gruppengröße in der Natur und als Haustier

Mongolische Rennmäuse sind Familientiere und leben in der freien Natur als Familienverband. Also ein Paar, welches Junge duldet. Deshalb sollten in der Heimtierhaltung immer zu zweit als Gruppe leben.

Da Rennmäuse ihr Territorium gegen fremde Rennmäuse verteidigen, darf man keine fremden Rennmäuse einfach zusammen setzen. Sie würden sich bis zum Tode beißen.

 

Haltung

Wenn man sich den natürlichen Lebensraum verinnerlicht, merkt man schnell, welch einen Platzbedarf ein so kleines Tier hat.

Der TVT (Tierärztliche Verein für Tierschutz) und der Zusatz zum TSchG §2a empfiehlt ein absolutes Mindestmaß von 100x50cm Grundfläche und 50cm Höhe.

Die IG Nagerzucht möchten euch ein Mindestmaß von 120x60x60cm empfehlen, was für solch aktiven Tiere immer noch wenig ist. Daher gilt die Regel: Um so größer, um so besser!

Terrarien, Aquarien und Eigenbauten schützen das Tier von den Seiten und bieten keine gefährlichen Klettermöglichkeiten, denn mongolische Rennmäuse sind höhenblind und stürzen sich aus jeder Höhe hinab.

Gitterkäfige hingegen sind ungeeignet und gibt es nur selten in passenden Größen. Zudem bieten sie nicht die benötigte Einstreuhöhe, damit ein Tier des Erdreiches sich ausleben kann.

Man sollte Rennmäusen ein Streugemisch von mindestens 20cm anbieten, besser noch höher, damit sie ihr natürliches Verhalten ausleben können.

Die Einrichtung sollte ohne Plastik sein, da Rennmäuse einen hohen Drang haben zu nagen. Jede Rennmausgruppe sollte mehrere große Holzhäuser zur Verfügung stehen haben, bestenfalls mit mehreren Kammern. Empfehlenswert sind Häuser, die nicht genagelt sind und mit einem losen Deckel, damit man das Nest kontrollieren kann ohne es zu zerstören.

Weitere Versteckmöglichkeiten aus Keramik, Holz oder Kork, sowie Äste und Weinreben als Wurzelimitate sollten sich im Gehege befinden. Ein großes Sandbad mit Chinchillasand, zur Fellpflege, darf ebenfalls nicht fehlen.

Um den Bewegungsdrang zu stillen brauchen Rennmäuse entweder ein großes Gehege oder ein großes Laufrad mit mindestens 28cm Durchmesser damit sie mit geraden Rücken entspannt laufen können. Bei kleineren Laufrädern besteht die Gefahr der Rückenkrümmung und Wirbelsäulenschäden.

 

Ernährung

Mongolische Rennmäuse leben in der Natur in Sandsteppen und Halbwüsten, also in Flächen wo Gräser und Kraut wächst. Sie ernähren sich überwiegend von Getreide, Saaten, Wurzeln und wilden Kräutern.

In der Heimtierhaltung sollten Rennmäuse ein ausgewogenes Futter erhalten, was hauptsächlich aus Getreide und Saaten besteht, aber auch (Wurzel-)Gemüse, Kräuter, Blüten und Insekten enthält. Insekten benötigen sie für ihren gesunden Eiweißhaushalt.

Zucker, Zusatzstoffe und Pellets haben in einem gesunden Hauptfutter nichts zu suchen!

Pro Tag sollte eine 2er Gruppe Rennmäuse etwa 2 EL Trockenfutter erhalten.

Als Frischfutter kann man Gräser, Wurzelgemüse und selten auch mal Obst geben. Aber bitte beachten: Dies sollte nur ein kleiner Teil der Ernährung ausmachen und die Rennmäuse sollten sich nicht daran satt fressen. 1-2 Stücke Wurzelgemüse in Walnussgröße pro Tag reichen vollkommen aus.

 

Farbschläge: Es gibt über 140 Farben, 6 verschiedene Scheckungsvarianten, sowie Dark Patch und es kommen immer wieder neue Farbmutationen hinzu.

 

Zuchtformen

In den vielen Jahrzehnten der Zucht und Laborhaltung sind unzählige Farbvarianten entstanden. Die Farben unterscheiden sich zwischen Agouti und Non-Agouti basierenden Farben.

Die vielen Grundfarben, lassen sich mit Scheckungen kombinieren, also die Scheckung liegt dominant auf der Grundfarbe und agiert unabhängig von dieser.

Abgesehen von den vielen Farben, gibt es auch verschiedene Fellvarianten wie z.B. Rex oder Wavy, wo die Haare gekräuselt sind. Diese können jedoch die Rennmäuse einschränken, weil die Tasthaare und Wimpern ebenfalls gekräuselt sind oder die Fellbildung ausbleibt.

 

Zuchtvarianten die als Qualzuchten einzustufen sind:

Scheckungsvariante: Superscheckung (führt häufig zu Taubheit und trägt häufig ein Gen, welches homozygot Lethal wirkt)

Weißpfotengen (wirkt homozygot Lethal, also Jungtiere sterben in den ersten 4 Wochen)

Rex-Rennmäuse (Einschränkung durch gewellte Wimpern und Tasthaare, auch kann es zu Haarausfall kommen)

Wavy-Rennmäuse (Einschränkung durch gewellte Wimpern und Tasthaare, auch kann es zu Haarausfall kommen)

Nacktrennmäuse (haarlos oder nur wenige Haare)

 

 

Viele weitere Informationen finden Sie hier: http://rennmaus-info.jimdo.com/