Mittelhamster

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)

Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)

Familie: Wühler (Cricetidae)

Unterfamilie: Hamster (Cricetinae)

Gattung: Mittelhamster

Art: Goldhamster

wissenschaftliche Name: Mesocricetus auratus

 

Aktivität: nachtaktiv, steht meist in der Dämmerung auf

Gewicht: 120-230g (unterscheidet sich je nach Typ, Größe und Körperbau)

Alter: 1,5 - 4 Jahre

Länge / Größe: 12–22 cm

Empfohlene Gruppengröße: Einzelhaltung

 

Empfohlenes Mindesmaß für Gehege: Laut TVT 100x50x50, wir empfehlen vorallem für die energiegeladenen Weibchen mindestens 120x50x50cm

Empfohlene Einstreuhöhe: mind. 20cm

Laufradgröße: mind. 28-31cm

 

Tragzeit: 16-19 Tage

Jungtieranzahl: 4-10 im Durchschnitt, maximal 18 Jungtiere pro Wurf

Augen öffnen: ab 14.-16. Tag, teilweise bis 18. Lebenstag

Geschlechtsreife: 32.-42. Lebenstag

 

Info:

Der Goldhamster ist eines der weltweit beliebtesten Haustiere. Auch im Labor sind sie leider oft zu finden. Seit ca. 1950 beherbergen wir die ersten Goldhamster als Haustiere in Deutschland. Sie gewannen zunehmend große Beliebtheit, denn diese kleinen Nager lassen sich teils schnell zähmen, gibt es mittlerweile in zahlreichen Variationen, auch der Teddyhamster gehört dazu, und wurden als anspruchsloses Haustier verkauft. Doch dem ist nicht so, auch dieser kleine Nager hat hohe Ansprüche!

 

natürliche Lebensraum

Grenzregion Syrien und Türkei, fruchtbares Ackerland bis Steppen

bis zu 100cm unter der Erde, bis zu 10m lange Tunnelsysteme

 

Gruppengröße in der Natur und als Haustier

Goldhamster leben in der Natur in großen Bauten, bis zu 100cm tief in der Erde auf mehreren Quadratmetern und legen jede Nacht viele Kilometer auf der Futtersuche zurück. In den Bauten befinden sich mehrere Kammern die z.B. als Futterlager, als Schlaf- und Aufzuchtplatz und als Toilette benutzt werden. Goldhamster sind Einzelgänger und sollten deshalb in der Heimtierhaltung immer in Einzelhaltung leben, ansonsten können sie sich bis zum Tode bekämpfen. Bitte auch niemals andere kleine Nagetiere mit dem Hamster zusammen in einem Gehege halten oder zusammen Auslauf geben. Goldhamster jagen in der Natur, wenn sie die Gelegenheit bekommen, auch kleine Mäuse.

 

Haltung

Wenn man sich de natürlichen Lebensraum verinnerlicht merkt man schnell, welch einen Platzbedarf ein so kleines Tier hat. Der TVT (Tierärztliche Verein für Tierschutz) empfihelt ein absolutes Mindestmaß von 100x50cm Grundfläche und 50cm Höhe.

Die IG Nagerzucht möchten euch, vor allem für energiegeladene Weibchen, ein Mindestmaß von 120x50x50cm empfehlen, was für ein solch aktiven Tier immer noch wenig ist. Daher gilt die Regel: Um so mehr, um so besser!

 

Gitterkäfige sind ungeeignet und gibt es nur selten in passenden Größen. Zudem bieten sie einem Tier des Erdreiches gar nicht die Gelegenheit, sich auszuleben. Terrarien, Aquarien und Eigenbauten schützen das Tier von den Seiten und bieten keine gefährlichen Klettermöglichkeiten, denn Hamster sind höhenblind und stürzen sich aus jeder Höhe hinab.

Man sollte jedem Hamster eine Streutiefe von mindestens 20cm anbieten, besser noch tiefer. Aus verschiedenen Streuarten mit Heu gemischt, erlangt man eine buddelfähige Masse.

 

Wichtig ist auch die Einrichtung. Jedem Hamster sollte ein großes Holzhaus zur Verfügung stehen, bestenfalls mit mehreren Kammern. Alternativ kann man auch mehrere 1-Kammer-Häuser anbieten. Empfehlenswert sind Häuser, die nicht genagelt sind und mit einem losen Deckel. So kann man das Nest kontrollieren, ohne es zu zerstören. Auch Röhren aus Holz, Keramik oder Kork werden gerne angenommen. Man sollte sich jedoch bewußt sein, dass Hamster NAGEtiere sind, also auch diese Materialien irgendwann klein gehäckselt haben.

 

Weitere Versteckmöglichkeiten aus Keramik, Holz oder Kork sollten sich im Gehege befinden, sowie ein ca. 20x20cm großes Sandbad mit Chinchillasand zur Fellpflege.

Um den Bewegungsdrang zu stillen brauchen Goldhamster ein großes Rad mit mindestens 28cm, besser 31cm, Durchmesser. Je nach Größe des Tieres, sollte das Laufrad entsprechend groß sein, damit es mit einem geraden Rücken entspannt laufen kann.

 

Ernährung

Goldhamster leben in der Natur auf fruchtbaren Ackern und gehören damit zu den Granivoren, d.h. sie ernähren sich überwiegend von Getreide und Saaten. Jagen aber auch bei Gelegenheit Insekten und gelegentlich kleine Mäuse, bzw. hilflose Jungtiere anderer Arten.

 

In der Heimtierhaltung sollten Goldhamster ein ausgewogenes Futter erhalten, was hauptsächlich aus Getreide, etwas Saaten, Trockengemüse, Kräuter, Blüten und Insekten besteht. Vorallem Insekten benötigen sie für ihren gesunden Eiweißhaushalt. Werden Insekten verschmäht, gibt es noch die Möglichkeit kleine Mengen Süßwasserfisch gegart, ohne Gewürze anzubieten. Auch gegartes, ungewürztes Rinderhack, gegartes Eiweiß, ohne Eigelb, Magerquark oder fettarmen Naturjoghurt anzubieten.

 

Zucker, Honig, Zusatzstoffe und Pellets haben in der Hamsterernährung nichts zu suchen! Sie verkleben die Backentaschen, bzw. sind schlich schädlich und kommen in der Natur nicht vor! Pro Tag sollte ein Hamster etwa 1 EL Trockenfutter erhalten.

 

Als Frischfutter kann man Gräser, Gemüsesorten und selten auch mal Obst geben. Aber bitte beachten: Dies sollte nur ein kleiner Teil der Ernährung ausmachen und der Hamster sollte sich nicht daran satt fressen. 1 Stück in Daumennagelgröße, bei Obst, reicht vollkommen aus.

 

Farbschläge:

In den vielen Jahrzehnten der Zucht und Laborhaltung sind unzählige Farbvarianten entstanden. Die Farben unterscheiden sich unter Agouti basierende Farben, d.h. alle mit dem wildfarbenden Muster mit Backenstreifen. Daraus entstanden sind 24 häufig vorkommene Farben und viele weitere Kreuzungen daraus.

 

Zuchtformen:

Teddyhamster sind übrigens auch "nur" Goldhamster mit langem Fell, wobei die Männchen eine deutlich größere Fellpracht haben als Weibchen.

Desweiteren gibt es alle Farb- und Musterkombinationen mit Satinfell, welches kurz ist und glänzt.

Eine nicht ganz so bekannte Fellform ist das Rex-Fell, wo die Haare wie auch bei anderen Tierarten gewellt bis gekräuselt sind.

Eine extreme Variante davon ist die Curly-Form, bei der das Fell regelrecht gelockt ist.

 

Zuchtvarianten, die als Qualzuchten einzustufen sind:

Da bei der Rex-Variante auch Tasthaare und Wimpern betroffen sein können, ist den Hamstern als Höhlenbewohnern, damit der wohl wichtigste Sinn beraubt, der Tastsinn. Gekräuselte Wimper behindern zusätzlich den ohnehin schon eingeschränkten Sehsinn.

Daher ist dies als Qualzucht einzustufen.

 

Bei der Züchtung von Langhaarhamstern, also Teddys, und Rex kann es sogar zum komplett gelockten Fell kommen (Curly), welches den Tieren die Fellpflege erschwert. Auch bei dieser Variante können Wimmpern und Tasthaare gekräuselt sein.

 

Werden zwei Satin-Hamster verpaart haben die Jungtiere nur spärliches Fell, welches wegen dem fehlenden Hautschutz und der fehlenden Temperaturregulationsmöglichkeit ebenfalls als Qualzucht einzustufen ist.

 

Weitere Informationen auf: http://www.hamsterbacken.com/